post icon London

Die CFO Agenda 2019

Die internationale Personalbeschaffungs- und Personalberatungsagentur Pure war stolzer Teilnehmer der diesjährigen CFO Agenda in London. Es war eine fantastische Veranstaltung, die interessante Einblicke in die sich ständig wandelnde Welt des CFO bot.

Pure zählte neben führenden Finanzspezialisten von Centrica, Allianz, Coca-Cola und Salary Finance zu den Diskussionsteilnehmern. Der Fokus der Diskussion lag auf der Vielfältigkeit der Finanzfunktion und den Veränderungen und dem Wandel im Bereich der Talentakquise.

Die Diskussionsrunde wurde von Pures Geschäftsführer, Ewen Burns, eröffnet. Burns stellte das Segment vor, indem er die Hebel des Wandels offenlegte: Technologie, Zielbetriebsmodell (TOM) und Talent, sowie deren Auswirkungen auf die Finanzwelt – wie technologische Entwicklungen die Funktionen in der Finanzwelt und die verlangten Kompetenzen verändern. Burns sprach außerdem über die Wichtigkeit der Überbrückung der Qualifikations- und Generationslücke sowie die Bedeutung der Attraktivitätssteigerung eines Unternehmens vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels auf dem heutigen Markt.

Der Ausschussvorsitzende, Yemi Jackson, CEO und Gründer von Engage Transform Consultancy, eröffnete die Diskussion mit der Frage an Michael Clark, VP Finance und CFO bei Coca-Cola, wie er sein Team an die aktuellen Herausforderungen bezüglich der geforderten Kompetenzen im Finanzsektor angepasst hat. Michael sprach über den Finanz-Kompetenz-Rahmen, den Coca-Cola eingeführt hat und der die verschiedenen Fähigkeiten analysiert, die die Teams benötigen, um sich zu vielseitigen Finanzprofis zu entwickeln. Dann werden verschiedene Bereiche des Unternehmens betrachtet, in denen sie diese Qualifikationslücken füllen könnten.

Im Anschluss erklärten Markus Kobler, Global CFO bei Allianz Global Investors, und Neil Herbert, Global CFO bei Salary Finance, wie sie Talente gewinnen und fördern und wie Führungskräfte im Finanzsektor sich selbst am besten auf die Zukunft vorbereiten können. Kobler erklärte, dass neben der Rekrutierung externer Kräfte gesteigerter Wert auf die Kompetenzverbesserung und Weiterentwicklung aktueller Teammitglieder gelegt werde. Er sprach auch die wachsende Bedeutung von Betriebs- und Kommunikationskompetenzen innerhalb des Finanzbereichs an. Herbert identifizierte drei Säulen, die den Führungskräften im Finanzsektor helfen werden, auf die zukünftigen Änderungen vorbereitet zu sein:

  1. Kompetenzen
    • Es ist für Führungskräfte wichtig, zu verstehen, wo Qualifikationslücken bestehen und inwiefern diese Lücken intern (durch Kompetenzverbesserung) oder extern gefüllt werden können
    • Wenn Kompetenzen extern ergänzt werden, ist es wichtig, eine integrative Unternehmenskultur zu schaffen, die ein vielfältiges Team unterstützt
  2. Veränderungen und Lernkultur
    • Veränderungen sind unvermeidlich und es ist unerlässlich, für diesen Fall über einen Management-Prozess zu verfügen. Allerdings ist es wichtig, das eigene Team in diese Prozesse einzubeziehen und eine Lernkultur innerhalb des Teams zu schaffen
  3. Seien Sie selbst auf Änderungen vorbereitet
    • Halten Sie sich hinsichtlich technologischer Änderungen im Finanzsektor auf dem Laufenden

Emma Connell, Finanzchefin bei Centrica, ergänzte diese Punkte, indem sie darauf hinwies, wie wichtig es sei, Teammitgliedern Gelegenheit und Zeit zu geben, um neue Technologien zu recherchieren, zu erlernen und auszuprobieren.

Die Leiterin des CFO-Bereichs bei Pure, Caroline Hudson, bot nicht nur Einblicke in die Kompetenzen, die CFOs derzeit von Kandidaten erwarten, sondern auch in die Faktoren einer Funktion, die für den Kandidaten von wachsender Bedeutung sind. Aus Sicht der Kandidaten, erklärte Hudson, sei die Funktion weniger wichtig als die Frage, wie sie wirklich etwas zum Team beitragen und Entscheidungen in allen Unternehmensbereichen, nicht nur dem Finanzbereich, beeinflussen können. Dennoch liegt der Fokus seitens der CFOs immer noch sehr stark auf den Kompetenzen, was den für den Kandidaten wichtigsten Fragen: „Warum braucht dieses Unternehmen mich?“ und „Was kann ich zum Team beitragen?“, etwas widerspricht. Auf Grundlage dieses Anforderungskonflikts betonte Hudson die Wichtigkeit der Weiterentwicklung und Kompetenzverbesserung der Finanzfunktionen.

Die Überbrückung der Generationenlücke war ein weiteres wichtiges Thema in dieser Diskussionsrunde und Caroline Hudson erklärte, dass die Verantwortung für die Unterstützung zur Lösung dieses Problems bei den Unternehmen und den Kandidaten läge. In ihrer Position bei Pure unterstützt Caroline die Kandidaten bei der Gestaltung ihrer Karriere, um sicherzustellen, dass die Schritte, die sie gehen, Vorteile für sie und das Unternehmen bringen. Gleichzeitig ist es besonders wichtig, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern Gelegenheit geben, aus ihrer Komfortzone herauszukommen und in Bereichen zu arbeiten, in denen sie zeigen müssen, dass sie an wichtigen Entscheidungen beteiligt waren. Herbert fügte zu diesem Punkt hinzu, dass es bei der Schließung der Lücke vor allem darum gehe, miteinander zu sprechen und Transparenz hinsichtlich des eigenen Leistungsversprechens zu zeigen, sowohl seitens des Arbeitgebers als auch des Kandidaten.

Das Gespräch wurde mit einer Frage zur immer größer werdenden Vielfalt innerhalb des Finanzbereichs abgeschlossen. Es gab mehrere interessante Diskussionsbeiträge dazu, wie der Bereich bereits mit diesem Thema umgeht und was man weiter tun kann, um dies zu verbessern. Hudson erklärte, dass sie von CFOs regelmäßig nach Kriterien der Vielfalt gefragt werde, was zeigt, dass die Unternehmen mehr Wert auf die Vielfalt ihrer Teams legen. Connell wies auf eine interessante Beobachtung bei Stellenbeschreibungen hin und darauf, dass diese im Finanzbereich oft nicht integrativ, sondern zu technisch formuliert seien und zu wenig Fokus auf die Vorteile gelegt werde, die das Unternehmen biete, wie beispielsweise Flexibilität.

Insgesamt war die CFO Agenda ein sehr aufschlussreicher Tag, der den Teilnehmern eine einmalige Gelegenheit bot, sich zu vernetzen, zusammenzuarbeiten und die relevantesten unternehmerischen Herausforderungen für den Finanzbereich im Jahr 2019 und darüber hinaus zu lösen.